Facebook attackiert Google: 3 Gründe, warum die PR versagt hat

Facebook kopflos (Wilhei @ pixelio.de)

USA Today berichtet, dass Facebook Burson-Marsteller, eine weltweit agierende PR-Agentur, beauftragt hat, Google in den Medien schlecht zu machen. Eine Schmutzkampagne also. Das offenbart zu allererst Angst auf Seiten Facebooks. Angst vor Googles erneutem Versuch, die Social Network-Schiene erfolgreich anzugehen. Darüber hinaus offenbart das aber auch eine gehörige Portion kommunikativer Dösigkeit.

Fehler 1: Das Thema Datenschutz

Klar, Schmutzkampagnen oder Negative Campaigning sind nicht neu und sind in verschiedensten Bereichen ein gängiges Mittel. Prinzipiell bin ich kein Fan davon, den Gegner mit Mist zu beschmeißen, der Großteil bleibt immer an den eigenen Händen kleben. So auch in diesem Fall, denn Facebook versucht Google mit dem Thema Datenschutz anzugreifen. Datenschutz! Facebooks ureigene Domäne, für die sie in den letzten Jahren soviel getan haben. Ironie beiseite, wer den Big Brother Award bekommt, gerade nonchalant ein vier Jahre lang offenes Scheunentor schließt und derart kryptische Datenschutzeinstellungen anbietet, der sollte das Thema nicht als Munition verwenden.

Fehler 2: Die Agentur Burson-Marsteller

Nichts gegen die Kollegen von der Riesen-Agentur. In vielen Bereichen machen sie einen tollen Job, da bin ich mir sicher. Bei einer Agentur von einer solchen Größe müssen sich allerdings zwangsläufig auch Trottel unter der Belegschaft befinden. Eine Schmutzkampagne lebt von seinem Geheimnis; sobald jeder weiß, dass eine solche Kampagne existiert, hat sie ihren Zweck verfehlt. Der PR-Verantwortliche bei Facebook muss sich also fragen lassen: Ist es nicht fahrlässig, ein solch heikle Maßnahme, die als potentiell bedrohlich bei Bekanntwerden eingestuft werden muss, in die Hände einer großen Unit bei einer noch größeren Agentur zu geben? Kann das überhaupt geheim bleiben?

Fehler 3: Die Krisen-PR

Krisen sind nur halb so schlimm, wenn vor der Krise darüber nachgedacht wurde, was in bestimmten Fällen getan wird. Wenn das sogar noch geübt wurde, ist die Krise wahrscheinlich zur Chance mutiert. Facebook hat hier einen kommunikativ riskanten Schritt getan. Und augenscheinlich keinen Gedanken daran verschwendet, was zu tun ist, wenn jemand herausfindet, dass sie der Urheber der Kampagne sind. Anstatt einen Plan zu haben, aktiv in die Geschehnisse einzugreifen und den Kommunikationsfluss zu steuern, wurde nur ein bemitleidenswertes Statement herausgegeben. Das Ergebnis ist hochgradig peinlich und wirkt ängstlich. Erstaunlich, bedenkt man die Position der Stärke, aus der Facebook heraus agieren kann.

Links zum Thema

Techcrunch sagt : “Karma is a bitch

Bei Mashable gibts eine nette Übersicht von Tech-Skandälchen und Skandalen (ohne sonstige Beziehung zum vorliegenden Thema): “10 Tech PR Disasters

Thomas Cloer von der guten alten Computerwoche zu “Facebook attackiert Google”: “PR-Fiasko: Facebook steckt hinter Schmutzkampagne

Robert Basic schreibt über den “Kalten PR-Krieg

Über Jan Saarmann

Melange aus PR-Berater, SEO-Consultant, Journalist, Bücherwurm, Gitarren-Dilettant, Kulinariker und Spiele-Liebhaber (analog wie digital). Je nach Tagesform, Zeit und Laune verschieben sich die Ausprägungen der einzelnen Bestandteile.

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *