„Friday“ – Wie ein Mem alles verändern kann

Rebecca Black ist 13 Jahre alt; wie in dem Alter üblich, möchte sie Popstar werden. Mutter Georgina bezahlt die Aufnahme des Songs und eines Videos. Die Single wird am 11. März veröffentlicht, heute (neun Tage später) steht das Lied auf Platz 30 der iTunes-Charts. Ein Traum? Mitnichten, denn der Verkaufserfolg des Liedes ist zum größten Teil der überaus schlechten Publicity geschuldet und die Entstehung dieser ist einen Blick wert.

Zunächst, das Lied und Video sind schlecht. Sehr schlecht. So schlecht, dass es vielfach als „Worst Song ever“ betitelt wurde. Ob diese Leute jemals Hansi Hinterseer gehört haben, weiß ich nicht, aber „Friday“ von Rebecca Black ist schon nah dran. Das Video strotzt nur so von Einladungen zu einer Fremdschämparty und schreit nach Verballhornung. Und das ist genau das, was passiert ist. Die Lawine ins Rollen brachte ein reichweitenstarker Blogger, der über das Machwerk schrieb.

Großes Interesse in den Suchmaschinen

Und schwupps, wie durch eine Initialzündung ging das Interesse durch die Decke. Viral verbreitete sich das Video über Facebook, Twitter, Blogs und Foren, fast immer mit dem Vermerk auf „das schlechteste Lied aller Zeiten“. „Friday“ ist für genau so etwas ideal geeignet. Menschen mögen Fehler und Peinlichkeiten anderer. Der Spruch „Schadenfreude ist die schönste Freude“ hat seine Berechtigung. Das ist nicht neu, Videos von Tollpatschen und Betrunkenen erfreuen sich größter Beliebtheit im Web. Was „Friday“ anders macht ist das Mem-Potential. Der Begriff „Mem“ wurde von Richard Dawkins geprägt. Teile des Textes oder des Videos wurden zu einem eigenen Witz innerhalb des Witz-Universums, dass sich um das Lied gebildet hatte.


Die Webseite KnowyourMeme schildert die Entwicklung ganz schön. Dieser Hype, der dem jungen Mädchen im übrigen schwer zu schaffen macht, zeigt sehr schön, was wir von RE:public PR mit dem Motto „Jedes Wort zählt“ meinen. Ein Tweet, ein Blogeintrag, ein Video kann in der vernetzten Welt unübersehbare Folgen haben. Woraus nicht folgt, dass Beteiligung an Social Media gefährlich für ein Unternehmen wäre. Fahrlässige Beteiligung an so gut wie allem ist gefährlich. Aufmerksame und geschulte Mitarbeiter machen solche Fehler nicht oder sind in der Lage, die Auswirkungen einzudämmen oder zu lenken.

Über Jan Saarmann

Melange aus PR-Berater, SEO-Consultant, Journalist, Bücherwurm, Gitarren-Dilettant, Kulinariker und Spiele-Liebhaber (analog wie digital). Je nach Tagesform, Zeit und Laune verschieben sich die Ausprägungen der einzelnen Bestandteile.

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