Liebe Bewerber – die vier größten Bewerbungsfehler

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In den letzten Wochen habe ich eine Menge an Bewerbungen gelesen. Das ist grundsätzlich gut, ich lese gerne Bewerbungen. Problematisch ist allerdings die Qualität der Bewerbungen, die ist größtenteils unterirdisch. Ich spreche dabei nicht von Rechtschreibfehlern oder ähnlichen Faktoren, die man

durchaus unter Fahrlässigkeit (was natürlich eigentlich auch nicht sein sollte) verbuchen könnte.

Welches Ziel verfolgt ein Bewerber mit der Bewerbung? Doch wohl die Überzeugung des Personalers von der eigenen Eignung für die angebotene Stelle. Was muss dazu passieren? Der Personaler muss die schlagkräftigsten Argumente für die eigene Person finden und lesen. In den allermeisten Fällen sind die letzten Tätigkeiten die stärksten Fürsprecher. „Ich habe zuletzt bei der Müller KG die Fachpresse betreut“ ist ein gutes Argument und eben deshalb ein guter erster Satz. Die vier größten Patzer in Bewerbungen gibt es hier:

Fehler #1 – Verstecken der Fürsprecher

Wir haben doch alle keine Zeit. Wir scannen Text und lesen nicht gründlich, das gilt für die meisten, aber insbesondere für Personaler. Je mehr Text vor einem guten Pro-Argument steht, umso schlechter stehen die Chancen der Bewerbung.

Fehler #2 – Sinnloser Einstieg

„Mit Interesse habe ich Ihre Anzeige irgendwo im Web gelesen und denke, dass sollten Sie wissen“. Ich weiß nicht, wer sich diesen Unfug ausgedacht hat und warum er sich so hartnäckig hält. Die Wirksamkeit der Anzeigen zu verfolgen und zu dokumentieren ist sicher eine wichtige Sache für Personaler, aber nicht die Sorge des Bewerbers. Es interessiert mich nicht die Bohne, wo und vielleicht sogar wann der Bewerber etwas gelesen hat. Das Interesse oder die Begeisterung nimmt sowieso niemand für voll.

Fehler #3 – Unklare Sprache

„Ich habe festgestellt, dass ich mir gut vorstellen könnte“. Nichts tötet Interesse so stark wie komplizierte Sätze mit langen Worten und merkwürdigen Bezügen. Keep it short and simple!

Fehler #4 – Rück die Daten raus!

Ein Trend, furchtbarer als alles andere: Ein hoher Prozentsatz der Bewerbungen auf eine Aushilfs-Stelle hat einfach auf Datei-Anhänge verzichtet:

„Sehr geehrter Herr Saarmann,

ich bin Nicole aus Castrop-Rauxel, studiere [insert random Studiengang here] in Bielefeld und interessiere mich für die ausgeschriebene Aushilfsstelle. Wenn Sie Interesse haben, schicke ich Ihnen gerne meine Unterlagen zu.“

Bei der ersten dieser Bewerbungen war ich fassungslos. Und es wurden immer mehr. Meint Ihr da draußen wirklich, irgendwer hätte Lust, auf diese Mails zu antworten? Denkt wirklich jemand da draußen, die 1,5 MB für ein paar PDFs wären ein Problem?

Zum Schluss noch ein Tipp: Wer sich das Ziel vor Augen hält – den Personaler schnell überzeugen – und sich klar macht, dass der eventuell hunderte Bewerbungen am Tag liest, der kann daraus alle Regeln ableiten, um die perfekte Bewerbung zu schreiben.

Bildquelle: superanton.de

Über Jan Saarmann

Melange aus PR-Berater, SEO-Consultant, Journalist, Bücherwurm, Gitarren-Dilettant, Kulinariker und Spiele-Liebhaber (analog wie digital). Je nach Tagesform, Zeit und Laune verschieben sich die Ausprägungen der einzelnen Bestandteile.

2 thoughts on “Liebe Bewerber – die vier größten Bewerbungsfehler

  1. Eine kritischer, aber gerechtfertigter, Artikel. Allerdings ist Punkt 2 abhängig vom Unternehmen, da einige schon gerne ein Feedback erhalten wollen, ob sich die Mühe für Anzeige etc. gelohnt hat. Es ist deshalb relativ schwierig die richtige Bewerbung für ein bestimmtes Unternehmen zu verfassen. Aus diesem Grund habe ich meine Bewerbung mit Hilfe von http://www.deinebewerbung.de geschrieben.

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