Google Answer Box: Käfig für das Wissen

Unter der Lupe: Googles Antwort-Boxen

Im Laufe der letzten Wochen (insbesondere in der WM-Zeit) wurden sie gefühlt sehr viel mehr ausgespielt; die Antwort-Boxen. Sie geben Antwort auf eine Vielzahl von Fragen, die der User direkt im Query stellt. „hauptstadt frankreich“, „30 Euro in Dollar“ oder „wie ist das wetter“ sind Beispiele. Hinter den Kulissen läuft dabei bei Google ein komplexer Prozess ab. Der Algorithmus muss bestimmen, ob das Query eher nach einem normalen Suchergebnis verlangt, besser mit einer Antwort-Box bedacht werden sollte oder ob der komplette Knowledge Graph ins Spiel kommen soll.

Die Antworten in den Boxen stammen nämlich meistens aus dem Knowledge Graph-Fenster auf der rechten Seite. Google ich nach „helmut kohl“, liefert Google den Knowledge Graph aus. Ergänze oder spezifiziere ich das Query, zum Beispiel „helmut kohl geburt“ oder helmut kohl frau“, werden Answer Boxes eingesetzt. Gerade die Antwort-Box auf „helmut kohl frau“ birgt Spannendes, denn da der Altkanzler mehrfach verheiratet war, zeigt Google eine Art Zeitstrahl an. In manchen Fällen wird der Zeitstrahl sogar mit Bildchen aufgepimpt. Zsa Zsa Gabor war besonders fleißig im Sammeln von Ehepartnern, in ihrem Fall zeigt Google die Herren als eine Art Lightbox-Galerie an. Aber nicht alles kommt aus dem Knowledge Graph. Eine Ausnahme hat SEO-Handbuch letzten Monat dokumentiert; Schritt-für-Schritt-Anleitungen.

Was heisst das für die SERPs und SEOs?

Das ist die Frage, die sich auch  Ravzan von CognitiveSEO in England gestellt hat und es genauer wissen wollte. Anfang Juli zeigte er, wie über die Answer Boxes SERP Domination angestrebt werden kann beziehungsweise, wie Suchergebnisse, die nicht auf Platz 1 für einen Term ranken über die Box nach ganz oben „fliegen“ können. Nun hat über 10.000 Keywords algorithmisch untersucht; die Ergebnisse hier in Kürze:

  • 17 Prozent seiner Querys mündeten in Answer Boxes (wohlgemerkt, seiner Queries, die darauf designed waren, eine möglichst hohe Quote zu erzeugen.)
  • 69 Prozent der Antworten werden von Google aus Webseiten extrahiert (hier ist der Spielplatz für SEOs!)
  • 16 Prozent der Antworten  kamen von Domains, die weniger als 1.000 Links von Unique Domains hatten

Was braucht es für Antwort-Boxen?

  • Eine Domain mit Autorität in der Nische (Alter der Domain, Links)
  • Seiten, die speziell für die Beantwortung der Fragen ausgelegt sind
  • (wahrscheinlich) eine gute CTR und eine geringe Bounce-Rate (ich könnte mir vorstellen, dass gerade Letzteres der entscheidende Faktor für den Verbleib in der Antwort-Box ist)

Über Jan Saarmann

Melange aus PR-Berater, SEO-Consultant, Journalist, Bücherwurm, Gitarren-Dilettant, Kulinariker und Spiele-Liebhaber (analog wie digital). Je nach Tagesform, Zeit und Laune verschieben sich die Ausprägungen der einzelnen Bestandteile.

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